Gehaltsverhandlung – über Geld spricht man nicht? Doch tut man

Gehaltsverhandlung – über Geld spricht man nicht? Doch tut man

Erstellt am 16.12.2021 von Andreas Kabisch

Über Geld spricht man nicht? Oh doch, das tut man - und sollte es auch. Ein Thema, dass niemand gerne dem Chef gegenüber anspricht. Das richtige Vorgehen ist also sehr wichtig, um als Gewinner aus einem solchen Gehaltsgespräch zu gehen. Selbstvertrauen ist besonders wichtig, es gibt aber auch klare NoGos. Falls du auch die lang ersehnte Gehaltserhöhung haben möchtest, wünsche ich dir viel Spaß mit diesem Beitrag!

 

Mit gesundem Selbstvertrauen in die Gehaltsverhandlung

GELD STINKT NICHT! Also her damit! Wir wissen alle, es macht nicht glücklich oder gesund. Aber: wenn du es für dich einforderst, dann machst du trotzdem alles richtig. Hier meine Impulse - mehr Mut für dich. 

  1. Die Zeiten von tariflicher Ungleichheit in der Bezahlung sind längst vorbei. Für denselben Job in derselben Eingruppierung gibt es dasselbe Geld. Woher kommen dann die Unterschiede? Sie kommen vor allem aus der Wahrnehmung, der eigenen sowie der, der anderen. Und dort gilt es für dich anzusetzen. 
  1. Ich denke da an eine junge Frau, die einstmals als technische Zeichnerin eingestellt wurde. Inzwischen aber ganz andere und neue Sachen macht. Sie ist Expertin für die Nutzung diverser Software. Inzwischen schult sie ihre Kolleginnen und Kollegen konzernweit dazu, ist gefragt und beliebt. Nur, ihr Gehalt ist immer noch das alte. Weil sie sich ihrer Qualitäten selbst nicht sicher ist, viel zu selten an positives Feedback glaubt und sogar denkt, dass sie nix kann. Unfassbar! 
  1. Wenn du selbst nicht weißt, was du wert bist, woher sollen es die anderen wissen? Die Wahrnehmung der anderen von deiner Arbeit ist direkt damit verbunden, was du von dir hältst. Denn das strahlst du aus. Das spüren die anderen. Und ein Chef mit solch einer Mitarbeiterin ist mega happy, wenn alles so bleibt wie bisher. Andererseits: er braucht dich und will dich behalten. Daraus musst du Profit schlagen. Denn du bist viel mehr wert als du bekommst. 

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Mit diesen Hacks zu höherem Gehalt kommen

Wie kommst du eigentlich zu mehr Geld im Job? Wie verhandelst du gut und erfolgreich deine Gehaltsserhöhung? Meine Tipps für dich habe ich im Text aufgelistet. 

  1. Vorbereitung ist das Wichtigste. Du kennst deinen Marktwert nicht? Dann recherchiere! Wirtschaftsmagazine, Gehaltsstudien, Internetforen oder – noch besser – andere Mitarbeiter. Das ist wichtig. Denn du willst dich weder unter Wert verkaufen noch willst du mit einer utopischen Gehaltsvorstellung unangenehm auffallen. 

  2. Höher ansetzen. Du musst im Bewerbungsanschreiben oder im Gespräch eine Gehaltsvorstellung äußern? Überlege gut, was du schreibst oder sagst. Nenne eine konkrete Zahl. Keine Gehaltsspannen angeben, denn das zeigt deine Unsicherheit. 

  3. Lügen haben kurze Beine. Vorherige Positionen, Tätigkeiten und Einkommen sollten immer der Wahrheit entsprechen. Wer schummelt, kann schnell hinfallen.  

  4. Welche besonderen Aufgaben, Projekte, Produkte hast du im letzten Jahr verantwortlich und erfolgreich gewuppt? Dazu mach dir ausführlich Gedanken, denn diese Mehrwerte sind dein Pfund für die Verhandlungen. Wer mehr Wert geschaffen hat, ist auch mehr wert. 

  5. Welche fürs Unternehmen wichtigen positiven Feedbacks hast du bekommen (von Kunden, Lieferanten, Kollegen, Managern)? Das wird gern unterschätzt, ist aber echte Munition für dich. Die Arbeitswelt um dich herum schätzt dich sehr. Das ist was wert! 

  6. Was kannst du alles in der Gehaltsverhandlung vereinbaren, außer Gehalt? Alles, was nicht direktes Gehalt ist und dennoch in Geld gemessen wird. Angefangen vom Firmenwagen über zusätzliche Urlaubstage bis zu wichtigen Fortbildungen und Zusatzversicherungen, megageilem Tablet oder spacigem Handy. 

  7. Welche Kompetenzen hast du spürbar erweitert oder hinzugewonnen? Am Anfang kennst du eine Aufgabe vielleicht nur einigermaßen, dann aber kannst du sie komplett allein erledigen, und irgendwann bist du der Experte, der sie anderen erklärt: jede Stufe ist ihr Mehr-Geld wert. 

  8. Und schließlich: wenn all das deinem Unternehmen nichts wert ist, außer warme Worte, such dir eines, was dir mehr Wertschätzung entgegenbringt. 

Du möchtest in der nächsten Gehaltsverhandlung deine Interessen durchsetzen?

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Die NoGos bei deiner nächsten Gehaltsverhandlung

Defensiver Start 
Nicht wenige starten eine Gehaltsverhandlung viel zu schüchtern: „Ich weiß nicht, ob es dafür überhaupt ein Budget gibt“. Oder: „Das ist mir jetzt unangenehm“, ein klarer Fehler. Lege ein gesundes Selbstbewusstsein an den Tag. Du bist ein Verhandlungspartner und kein Bittsteller. 

Verräterische Körpersprache
Um erfolgreich zu sein, musst du deine Argumente selbstbewusst vortragen. Dabei kommt es jedoch nicht nur darauf an, was du sagst. Achte auf deine Mimik und Gestik. Wer beispielsweise mit den Haaren oder mit dem Stift spielt, während er ein Argument vorträgt, verrät Nervosität.  

Schwache Wortwahl
„Ich würde mich freuen“, „Es wäre schön“, „Ich könnte mir vorstellen“, wenn du deine Gehaltsverhandlung so beginnst, machst du dich zum Bittsteller und unnötig klein. Immerhin willst du keine Spenden haben. Du verhandelst um die Gegenleistung für deine produktive Arbeit. Du kannst also ruhig selbstbewusst auftreten. Und vermeide unter allen Umständen Formulierungen im Konjunktiv. 

Irrelevanter Vergleich
Du hast gehört, dass dein Kollege mehr verdient – aber gleichzeitig den Eindruck, genauso viel zu arbeiten und genauso ein Leistungsträger zu sein. Natürlich frustriert es dann zu erfahren, dass du weniger bekommst. Doch das sollte nicht dein vorrangiges Argument in den Verhandlungen mit deinem Chef sein. Prüfe, ob er nicht doch effizienter, besser, erfolgreicher arbeitet als du. Ungleiche Bezahlung ist zwar ein Motivationskiller, aber nie ein vernünftiges Argument. Dein Hauptargument sollte immer der Mehrwert sein, den DU leistest. Sollte sich bei genauerer Prüfung jedoch herausstellen, dass eine ungleiche Bezahlung trotz gleicher Leistung vorliegt, dann ist das natürlich ein Argument, welches du auf jeden Fall anbringen solltest.  

Gefährliche Drohung
Selbst, wenn sich die Gehaltsverhandlung nicht in die von dir erhoffte Richtung bewegt und dein Chef sich unnachgiebig zeigt, solltest du niemals das Argument: „Bekomme ich nicht mehr Gehalt, dann gehe ich“, verwenden. Damit setzt du deinem Chef die Pistole auf die Brust. Das ist Erpressung und fühlt sich für beide Seiten sehr ungut an. Letztlich bleibt deinem Chef nur eins, dir eine Absage zu erteilen. 

Angestaute Aggression
Verhandlungen laufen gerne heiß. Du solltest aber nie über das Ziel hinausschießen und dich im Ton vergreifen. Das Gehalt ist ein sensibles Thema und für dich hängt viel davon ab. Deine finanzielle Sicherheit, die Wertschätzung deiner Arbeit, deine Zufriedenheit. Da kann es schnell passieren, dass die Emotionen hochkochen und der Frust, der sich über lange Zeit angestaut hat, zutage tritt. Mein Tipp an dich: Cool down! Fokussiere dich auf dein Ziel! 

Übrigens: Auf Instagram bekommst du viele spannende Impulse, um dich beruflich weiterzuentwickeln. Schau mal vorbei! 

Was solltest du nun tun, um jetzt und heute weiter zu kommen?

Du hast nun 2 Optionen. Die erste ist, dass du diese Seite verlässt und morgen oder übermorgen oder nächste Woche (also nie) weiter an deiner Gehaltsverhandlung arbeitest. Die zweite Option ist, dass du eine Abkürzung nimmst, indem du dir meinen Online-Kurs DialogBoost sicherst, in welchem ich das Wissen und die Erfahrungen aus dutzenden Workshops aufbereitet habe. Mithilfe des DialogBoosts kannst du unter anderem lernen, wie du strukturiert Gespräche führen kannst, um somit auch bei deiner nächsten Gehaltsverhandlung die richtigen Worte zu finden.

 

 

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ÜBER DEN AUTOR

Autor

Andreas Kabisch

  • ... glaubt, dass der Schlüssel zu einem erfüllten und erfolgreichen Leben die eigene berufliche und persönliche Weiterentwicklung ist. Sowie die Möglichkeit Firmen & Organisationen mitzugestalten.
  • ... Coach, Berater, Changemanager, Gründer und Geschäftsführer der Kabisch & Kabisch GmbH.
  • ... hat einige Jahre in Italien und Argentinien gearbeitet. Aktuell berät Andreas Firmen im deutschsprachigen Raum, gerne auch internationalen Projekten.
  • ... hat Maschinenbau sowie Geistes- und Sozialwissenschaften studiert. Seitdem bildet sich Andreas fortwährend weiter zum Beispiel in Prozess-Management, interaktive Großgruppenarbeit und agile Organisationsformen.

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Andreas Kabisch
Kabisch & Kabisch GmbH